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RX-AKTE 14 · AZ PV-1938 · BESTAND: STIMULANZIEN · STATUS: VERBOTEN
> Wach bleiben als Staatsauftrag.
1938 bringen die Temmler-Werke in Berlin Pervitin auf den Markt: Methamphetamin als Tablette, frei in der Apotheke erhältlich. Beworben gegen Müdigkeit, Antriebslosigkeit und schlechte Laune. Es gab sogar Pralinen mit Wirkstoff.
Die Wehrmacht setzte Pervitin in großen Mengen ein, damit Soldaten tagelang ohne Schlaf auskommen. Allein für den Westfeldzug 1940 wurden Millionen Tabletten ausgegeben. Soldaten schrieben nach Hause und baten um Nachschub. Die Nebenwirkungen: Erschöpfung, Herzprobleme, Abhängigkeit.
1941 wurde Pervitin dem Opiumgesetz unterstellt und war damit nur noch auf Rezept erhältlich. Verschwunden war es damit nicht: Auch nach dem Krieg wurde es in beiden deutschen Staaten noch lange verwendet, bis es endgültig vom Markt ging.
Der Wirkstoff ist derselbe wie in Crystal Meth. Was einmal eine Markenpille aus Berlin war, wurde später eine der zerstörerischsten Drogen Mitteleuropas.
Pervitin zeigt, dass Pharma-Geschichte nicht nur in Amerika spielt. Die Verpackung war deutsch, das Versprechen auch.
Wenn du selbst Probleme mit Medikamenten oder Drogen hast oder dir Sorgen um jemanden machst: Sucht & Drogen Hotline 01806 313031 (bundesweit, rund um die Uhr, anonym). In akuten Notfällen: 112.
Diese Akte ist Kultur- und Zeitgeschichte, keine medizinische Beratung und keine Aufforderung zum Konsum.
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