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RX-AKTE 16 · AZ WL-1953 · BESTAND: LITERATUR & SZENEN · STATUS: IM UMLAUF (BUCHHANDEL)

WILLIAM S. BURROUGHS · JUNKIE (1953)

> Kein Rausch, keine Romantik. Ein Protokoll.

DER AUTOR

William S. Burroughs, geboren 1914 in St. Louis, Enkel des Erfinders der Burroughs-Rechenmaschine. Harvard-Absolvent, dann New York, Kleinkriminalität, Morphin, Heroin. In New York lernt er Allen Ginsberg und Jack Kerouac kennen. Aus diesem Kreis wird später die Beat Generation.

DAS BUCH

1953 erscheint „Junkie“ bei einem Groschenromanverlag, unter dem Pseudonym William Lee. Als Doppelband, Rücken an Rücken mit den Erinnerungen eines Drogenfahnders, dazu Anmerkungen des Verlags, die sich vom Inhalt distanzieren. Ginsberg hatte das Manuskript vermittelt.

Was drinsteht: wie man an Stoff kommt, wie man ihn streckt, wie Ärzte, Apotheken und Dealer funktionieren, wie ein Entzug aussieht. Ohne Moral, ohne Glamour, fast wie ein Laborbericht. Burroughs nennt es einfach „Junk“ und beschreibt Sucht als Kreislauf von Bedarf und Beschaffung. Später spricht er von der „Algebra des Bedarfs“. Die ungekürzte Fassung erscheint erst Jahrzehnte später unter dem Titel „Junky“.

DIE DUNKLE STELLE

1951 erschießt Burroughs in Mexiko-Stadt seine Frau Joan Vollmer, betrunken, bei einem angeblichen Wilhelm-Tell-Spiel. Er sagte später, erst dieser Tod habe ihn zum Schreiben gebracht. Die Akte wäre ohne diesen Eintrag unvollständig.

DIE FOLGEN

Nach „Junkie“ kommt „Naked Lunch“, 1959 in Paris veröffentlicht. In den USA folgt ein Obszönitätsprozess in Boston, 1966 wird das Verbot aufgehoben. Einer der letzten großen Zensurfälle der amerikanischen Literatur.

DIE SZENEN

Kaum ein Autor taucht in so vielen Subkulturen auf:

WARUM OFFNOIR DARÜBER DRUCKT

Weil „Junkie“ genau das tut, was wir mit Pharma-Ästhetik versuchen: hinsehen, beschreiben, nichts schönreden. Ein Buch als Beipackzettel für eine ganze Epoche.

Burroughs starb 1997 in Lawrence, Kansas, mit 83 Jahren. Er war bis zuletzt in einem Methadonprogramm.

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Wenn du selbst Probleme mit Medikamenten oder Drogen hast oder dir Sorgen um jemanden machst: Sucht & Drogen Hotline 01806 313031 (bundesweit, rund um die Uhr, anonym). In akuten Notfällen: 112.

Diese Akte ist Kultur- und Zeitgeschichte, keine medizinische Beratung und keine Aufforderung zum Konsum.

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